Die Entwicklungsmöglichkeiten in Wennigsen und den Ortsteilen sind begrenzt. Große Teile des Gemeindegebiets liegen im Landschafts- oder Naturschutzbereich. Gleichzeitig müssen
Infrastruktur, Verkehr, Kinderbetreuung, Schulen, Feuerwehr und technische Versorgung mit der Entwicklung Schritt halten.
Deshalb geht es nicht darum, möglichst schnell und ungeordnet zu wachsen, sondern dringend benötigten Wohnraum zu schaffen und gleichzeitig Infrastruktur, Ortscharakter und Lebensqualität
langfristig im Gleichgewicht zu halten.
Neben größeren Entwicklungsflächen spielen dabei auch Innenentwicklung, Baulücken und zusätzliche Wohnbebauung innerhalb bestehender Ortslagen eine wichtige Rolle. Ziel bleibt,
zusätzlichen Wohnraum zu ermöglichen und gleichzeitig den Charakter der Ortsteile zu erhalten.
Dabei müssen unterschiedliche Bedürfnisse berücksichtigt werden. Familien brauchen Wohnraum ebenso wie ältere Menschen, die im Ort bleiben möchten und kleinere oder barrierearme Wohnungen
suchen. Gleichzeitig muss bezahlbarer Wohnraum wirtschaftlich umsetzbar bleiben. Eine angemessene Verdichtung gehört deshalb an geeigneten Stellen ebenfalls zu einer verantwortungsvollen
Ortsentwicklung.
In Wennigser Mark wird die Entwicklung der ehemaligen Fläche der Polizeischule vorbereitet. Die Fläche wurde durch die Firma Gundlach vom Land Niedersachsen erworben und soll als
Wohngebiet weiterentwickelt werden.
Dabei bestehen besondere planerische Rahmenbedingungen. Aufgrund regionaler Vorgaben zur Ortsentwicklung wäre derzeit nur ein Teil der Fläche bebaubar. Deshalb wurde gemeinsam mit den
Beteiligten ein sogenanntes Zielabweichungsverfahren auf den Weg gebracht.
Ziel ist es, die Fläche insgesamt sinnvoll weiterzuentwickeln, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und der Wennigser Mark zugleich eine langfristige Entwicklungsperspektive zu geben.
Gleichzeitig soll sich die Entwicklung in die bestehende Struktur des Ortsteils einfügen.
Mit dem Gebiet Kleines Lutterfeld soll in zentraler Lage im Ortskern von Wennigsen neuer Wohnraum entstehen. Die Fläche war ursprünglich als Erweiterungsfläche für den Friedhof
vorgesehen. Gleichzeitig besteht seit längerer Zeit der Wunsch, dort eine behutsame Wohnentwicklung zu ermöglichen.
Die Entwicklung erfolgt gemeinsam mit der Klosterkammer und der KSG Hannover. Ziel ist ein sozial ausgewogenes Wohngebiet mit unterschiedlichen Wohnformen und einem Anteil bezahlbaren
beziehungsweise geförderten Wohnraums.
Die Gespräche und Abstimmungen zur Entwicklung des Gebietes haben über längere Zeit angedauert. Hintergrund war unter anderem, dass sich die Flächen nicht im Eigentum der Gemeinde
befinden und zunächst tragfähige Vereinbarungen zwischen den Beteiligten geschaffen werden mussten.
Gleichzeitig haben die Preissteigerungen im Bausektor die Rahmenbedingungen zusätzlich erschwert, gerade mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum und eine langfristig wirtschaftliche
Umsetzung.
Umso wichtiger ist es, dass inzwischen gemeinsam mit Klosterkammer und KSG eine Grundlage geschaffen werden konnte, um das Projekt weiter voranzubringen. Dabei sollen neben Wohnraum und
sozialer Durchmischung auch ökologische Aspekte und eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes berücksichtigt werden.
Trotz schwieriger Rahmenbedingungen bleibt es für mich wichtig, dort bezahlbaren und generationengerechten Wohnraum zu ermöglichen.
Vorgesehen sind unter anderem kleinere und barrierearme Wohnungen, die insbesondere älteren Menschen ermöglichen sollen, weiterhin im Ort zu leben. Gleichzeitig soll das Gebiet bewusst
generationengemischt entwickelt werden und Wohnraum für unterschiedliche Lebenssituationen bieten.
Dabei geht es auch darum, eine angemessene Verdichtung zu erreichen, die bezahlbaren Wohnraum ermöglicht, ohne das Umfeld zu überfordern und gleichzeitig den Charakter des Bereiches zu
berücksichtigen.
Im Zusammenhang mit der Entwicklung wird auch die Evestorfer Straße mit betrachtet, um die Verbindung zwischen Wohngebiet und Ortsmitte für Fuß- und Radverkehr weiter zu verbessern.
Neben größeren Baugebieten spielen auch kleinere Entwicklungsflächen und Innenentwicklung eine wichtige Rolle. Dazu gehören Baulücken, zusätzliche Wohnbebauung im rückwärtigen Bereich
größerer Grundstücke und die sinnvolle Nutzung vorhandener Flächen innerhalb bestehender Ortslagen.
Solche Entwicklungen müssen sich in die vorhandene Umgebung einfügen und gleichzeitig berücksichtigen, dass Infrastruktur, Verkehr und Erschließung langfristig funktionieren.
Ein Beispiel dafür ist der sogenannte Mensingsche Garten in Bredenbeck. Dort wird seit längerer Zeit über eine zusätzliche Wohnbebauung im rückwärtigen Bereich des Grundstücks gesprochen.
Die Flächen befinden sich in privater Hand. Die Gemeinde begleitet mögliche Entwicklungen und unterstützt die planungsrechtlichen Voraussetzungen. Gleichzeitig hängen konkrete
Umsetzungsschritte maßgeblich von den Eigentümern sowie den weiteren Abstimmungen zur Erschließung und Zuwegung ab. Auch hier liegen wesentliche Entscheidungen und Entwicklungen nicht
allein in der Hand der Gemeinde.
Auch in Sorsum besteht mit der sogenannten Schafswiese eine Entwicklungsperspektive. Die Flächen befinden sich in privater Hand. Die Gemeinde begleitet mögliche Entwicklungen und
Gespräche, konkrete Entscheidungen und die weitere Umsetzung liegen jedoch wesentlich bei den Eigentümern und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Wesentliche Entwicklungen und
Entscheidungen können deshalb von der Gemeinde begleitet und unterstützt, aber nicht allein vorgegeben werden.
Langfristig wird auch die heutige Grundschulfläche in Bredenbeck eine Rolle spielen. Voraussetzung dafür ist zunächst die Umsetzung des neuen Schulstandortes. Perspektivisch kann die
Fläche später für weitere Entwicklungen genutzt werden und damit zugleich einen Beitrag zur Gegenfinanzierung kommunaler Investitionen leisten.
Die Entwicklungen in den Ortsteilen unterscheiden sich bewusst. Während an einigen Stellen größere Projekte entstehen, geht es andernorts eher um kleinere Ergänzungen, Baulücken oder die
behutsame Weiterentwicklung bestehender Strukturen.
Im Baugebiet Bergfeld in Bredenbeck entstehen derzeit neue Wohnflächen. Gleichzeitig werden dort auch Infrastruktur und Kinderbetreuung mitgedacht.
Darüber hinaus wurden in den vergangenen Jahren an vielen Stellen Straßen, Verkehrsflächen und öffentliche Bereiche erneuert oder weiterentwickelt. Viele dieser Maßnahmen waren mit
umfangreichen Abstimmungen, Förderverfahren und langfristigen Planungen verbunden.
Ziel war dabei nicht nur die reine Sanierung einzelner Straßen, sondern die Verbesserung von Sicherheit, Aufenthaltsqualität, Erreichbarkeit und Infrastruktur.
Lokale Wirtschaft, Handwerk, Dienstleistungen und eine verlässliche Versorgung sind wichtige Grundlagen für die Lebensqualität in der Gemeinde und ihren Ortsteilen. Dazu gehören
Arbeitsplätze vor Ort ebenso wie Apotheken, ärztliche Versorgung, Bäckereien, inhabergeführte Geschäfte und weitere Angebote des täglichen Lebens.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Rahmenbedingungen in Wennigsen deutlich von größeren Gewerbestandorten oder Kommunen mit unmittelbarer Autobahnanbindung und großen verfügbaren
Flächen. Entwicklungsmöglichkeiten sind begrenzt und müssen mit Landschaftsschutz, Infrastruktur und Ortsentwicklung in Einklang gebracht werden.
Attraktive Ortskerne, eine gute Infrastruktur, lebendige Ortsteile und eine hohe Lebensqualität spielen auch für Unternehmen, Beschäftigte und Fachkräfte eine wichtige Rolle.
Gerade im ländlichen Raum entscheiden solche Faktoren zunehmend mit darüber, wie attraktiv ein Standort für Familien, Beschäftigte und Unternehmen wahrgenommen wird.Dazu gehört auch eine
verlässliche Kinderbetreuung. Krippen, Kindergärten, Ganztagsangebote und Betreuungsmöglichkeiten sind heute nicht nur familienpolitisch wichtig, sondern zugleich eine zentrale
Voraussetzung dafür, Familie und Beruf miteinander verbinden zu können.
Umso wichtiger ist es, vorhandene Potenziale sinnvoll zu nutzen und Entwicklungen gezielt zu begleiten. Dazu gehören die Entwicklung des Gewerbegebiets Pinnenheister in Degersen sowie
weitere langfristige Perspektiven für Gewerbe und Arbeitsplätze.
Dabei müssen Infrastruktur, Verkehr und technische Kapazitäten mitgedacht werden. Entwicklung kann nur funktionieren, wenn sie langfristig tragfähig bleibt. Digitale Infrastruktur gehört
heute ebenso zur Daseinsvorsorge wie Straßen, Wasser oder Energieversorgung. Deshalb wurde der Glasfaserausbau in den vergangenen Jahren in allen Ortsteilen Schritt für Schritt
umgesetzt.
Gerade zu Beginn des Ausbaus war nicht überall selbstverständlich, dass auch kleinere Ortsteile vollständig berücksichtigt werden können. Gemeinsam mit dem Anbieter htp und weiteren
Beteiligten konnten jedoch Lösungen gefunden werden, sodass der Ausbau inzwischen in allen Ortsteilen umgesetzt wurde.
Insgesamt konnte der Glasfaserausbau in vergleichsweise kurzer Zeit vorangebracht werden und verlief dabei weitgehend reibungslos. Damit wurden wichtige Voraussetzungen für moderne
Arbeitsplätze, Homeoffice, digitale Bildung und eine zukunftsfähige Infrastruktur geschaffen.
Gleichzeitig bleibt die weitere Versorgung der Außenbereiche eine wichtige Aufgabe für die kommenden Jahre. Auch dort sollen weitere Lösungen entwickelt werden, um möglichst vielen
Haushalten langfristig leistungsfähige Anschlüsse zu ermöglichen.Wirtschaftsförderung bedeutet dabei nicht nur Gewerbeflächenentwicklung. Auch Ausbildung, Fachkräftegewinnung,
Infrastruktur und die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Betrieben spielen eine wichtige Rolle.
Für mich gehören Wirtschaft, Ausbildung, Fachkräfte und Lebensqualität unmittelbar zusammen.
Gemeinsam mit der Sophie-Scholl-Gesamtschule wurde der Wennigser Berufsorientierungstag, kurz WEBOT, aufgebaut. Ziel war es, Schülerinnen und Schüler frühzeitig mit Betrieben,
Ausbildungswegen und beruflichen Perspektiven in Kontakt zu bringen und gleichzeitig Unternehmen bei der Suche nach Nachwuchs- und Fachkräften zu unterstützen. Gerade regionale Betriebe
profitieren davon, frühzeitig mit jungen Menschen aus der Umgebung in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig eröffnen sich für Schülerinnen und Schüler Perspektiven mit kurzen Wegen und einer
stärkeren Verbindung zu Unternehmen vor Ort.
Der Berufsorientierungstag wurde von der Schule intensiv vorbereitet und gemeinsam mit vielen engagierten Unternehmen, Institutionen und weiteren Beteiligten umgesetzt. Die große
Beteiligung und die positiven Rückmeldungen haben gezeigt, wie viel gemeinsam bewegt werden kann, wenn Schule, Wirtschaft und Gemeinde an einem Strang ziehen.
Solche Formate benötigen viel organisatorischen Aufwand und müssen langfristig tragfähig organisiert werden. Deshalb wird auch betrachtet, wie eine Weiterentwicklung gemeinsam mit
Nachbarkommunen und weiteren Partnern möglich sein kann.